Vergangene Veranstaltungen: Stadt Sinsheim

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Fünf Gemälde mit Darstellungen des Kraichgaus
Dummy
Das Stadtmuseum Sinsheim im Alten Rathaus von Norden aus betrachtet
Gruppe von Kindern in Kleidung des frühen 16. Jahrhunderts neben den Weinhängen der Burg Steinsberg
Heimatforscherin Wiltrud Flothow zwischen historisch gekleideten Mitgliedern des Living-History-Vereins "Tillys Wilder Haufen zu Hilspach 1622"
Ein Ausschnitt aus einem großen Playmobil-Modell der Stadt Sinsheim um 1500, im Hintergrund das Publikum, das die Ausstellung betrachtet
Nachstellung eines Kolonialwarenladens aus dem frühen 20. Jahrhundert mit dem Bestand der Sinsheimer Filiale der Lichdi AG
Eine Mitarbeiterin des Stadtmuseums steht vor einer Vitrine und erklärt deren Inhalt vor einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen
Eine Gruppe historischer Darstellerinnen und Darsteller steht bewaffnet vor Burg Steinsberg

Ausstellungen, Vorträge und Sonderprogramme der letzten Jahre

Regelmäßig finden im Stadtmuseum und in Kooperation mit anderen Einrichtungen in Sinsheim und der näheren Umgebung Veranstaltungen statt, um die Inhalte der Dauerausstellung zu ergänzen und Ihnen neue Perspektiven auf die Geschichte zu ermöglichen. Hier können Sie sich einen Überblick über die Veranstaltungen der vergangenen Jahre verschaffen:

Zwischen Humanismus und Hysterie - Hexen, Gelehrte und Scharlatane in der Neuzeit

Sonderausstellung vom 24. Oktober 2025 bis zum 15. März 2026

Europa um 1500: Die Autorität der Kirche ist schwer beschädigt. Gelehrte, Herrscher und Universitäten entwickeln ein neues Weltbild, dessen Ziel die Aufklärung der Gesellschaft ist. Von nun an stehen Mensch und Natur im Mittelpunkt, nicht allein Gott oder das Jenseits. Mit der Neuzeit kommt aber auch eine große Verunsicherung. Wenn der Papst fehlbar ist und die römische Kirche nicht alle Antworten hat, worauf kann der Mensch dann noch vertrauen?

Die frühe Neuzeit ist geprägt von Religionskonflikten, Vorurteilen und einer Paranoia, die auf dem festen Glauben an eine zaubermächtige, teuflische Macht fußt. Die Quellenlage ist für Sinsheim selbst eher dürftig, jedoch lassen sich Nachrichten aus der näheren Umgebung zu einem Gesamtbild zusammenfügen das zeigt: Auch hier waren Humanisten wie Johannes Vigilius und Otmar Stab tätig, auch in unserer Nachbarschaft fielen Menschen dem Hexenwahn zum Opfer - etwa in Meckesheim, Weiler und Fürfeld - und auch in Sinsheim waren Aufklärer aktiv, die den geheimnisumwitterten Freimaurern angehörten. Es ist eine Zeit des Kampfes zwischen Rationalität und Aberglaube, zwischen Wahnsinn und Wissenschaft, auch im Kraichgau.

Aber ist es heute anders? Begleiten Sie uns auf eine Reise an den Rand der Vernunft, mit Vorträgen, Aktionen und Sonderführungen, die womöglich Ihre Welt erschüttern. Eröffnet wird die Ausstellung feierlich am 24. Oktober um 17:00 Uhr mit einer offenen Vernissage.

100 Jahre Fischers Gartenstadt

Kabinettausstellung vom 29. Juni bis zum 14. September 2025 im Bürgersaal

Ein außergewöhnliches Siedlungsprojekt: In atemberaubendem Tempo errichtete die Gemeinnützige Baugenossenschaft 1925 im Gewann „Krumme Äcker“ die Siedlung Gartenstadt. Dank des Nachlasses des  Architekten Richard Fischer, ist es möglich, den Sinsheimern Einblicke in dieses besondere Bauvorhaben und dessen Umsetzung zu gewähren.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums zeigen das Stadtarchiv und das Stadtmuseum in Kooperation vom 29. Juni bis zum 14. September 2025 die Sonderausstellung „100 Jahre Fischers Gartenstadt – ein Sinsheimer Siedlungsprojekt und sein Architekt“ im Bürgersaal des Stadtmuseums. Beleuchtet werden das Phänomen Gartenstadt, der Architekt Richard Fischer sowie die entbehrungsreichen und dennoch zielstrebigen Bauarbeiten vor einhundert Jahren. Außerdem widmet sich die Ausstellung den Bewohnern der Gartenstadt in Sinsheim – damals wie heute.

Die beuerische Empörung 1525 - Bauern auf dem Steinsberg

Living-History-Event am 17. und 18. Mai auf Burg Steinsberg

Als im Mai 1525 der Pfarrer Anton Eisenhut den Menschen von der Freiheit predigte und die Menschenmassen hinter sich sammelte, hatte er nichts Geringeres im Sinn als den Aufbau einer neuen Weltordnung mit dem Ziel „bestehendes Unrecht zu beseitigen und durch Göttliches Recht zu ersetzen“. Alles Bitten und Mahnen der Vergangenheit hatte nichts gebracht, also blieb aus der Sicht Eisenhuts nur der gewaltsame Aufstand übrig. Erneut deshalb, weil mit dem „Armen Konrad“ und der Bundschuhbewegung in den Jahrzehnten davor schon zwei ähnliche Bewegungen gescheitert waren.

Der Kraichgauer Haufen war einer der letzten, die sich erhoben. Sie nutzten die Unruhe, die kurz zuvor in Württemberg ausgebrochen war, um ihrerseits loszuschlagen. Eine Besonderheit des Aufstandes unter Anton Eisenhut war, dass es allen Zerstörungen zum Trotz wohl kein Blutvergießen gegeben hat. Die Tumulte richteten sich gegen Symbole, nicht gegen Menschen. Eines dieser Symbole war Burg Steinsberg als Sitz der Venninger.

Der Bauernhaufen drang am 13. Mai 1525 in die Burg ein, hielt sich nur kurz dort auf und hinterließ eventuell ein kleines Aufgebot, um die Anhöhe zu überwachen. Die Zerstörung, die sie dort hinterlassen haben, sollten allerdings tiefe Spuren hinterlassen. Unter welchen Umständen die Kraichgauer damals gelebt haben und was wir über die Zerstörung der Anlage wissen, lässt sich am Wochenende 17.-18. Mai 2025 auf Burg Steinsberg eindrücklich erleben. „Die beuerische Empörung 1525: Bauern auf dem Steinsberg“ mit über 100 historischen Darstellern wird die Bauernaufstände mit allen Sinnen erlebbar machen.

Gerechter Zorn? - 500 Jahre Bauernaufstand im Kraichgau

Wanderausstellung vom 10. Januar bis zum 9. Februar 2025

In der Ausstellung „Gerechter Zorn? 500 Jahre Bauernaufstand im Kraichgau“ lässt sich, ein halbes Jahrtausend nach dem sogenannten Deutschen Bauernkrieg, das Leben und Leiden unserer Vorfahren in all seinen Facetten erfahren. Die Ausstellung stellt die Menschen hinter den Aufständen vor und räumt mit so manchem Mythos auf, der noch heute unsere Sichtweise auf das Bauerntum in der Frühen Neuzeit verzerrt. Dazu gehört etwa, dass die Aufstände den späten Höhepunkt einer Krise darstellen, die mit dem sogenannten "Armen Konrad" und der Bundschuhbewegung bereits im späten 15. Jahrhundert einsetzt. Auch mit anderen Vorurteilen, wie etwa, dass es sich um eine Nationalbewegung gehandelt habe oder ganze Landstriche entvölkert worden seien, wird in der Wanderausstellung Schluss gemacht.

Die Eröffnung der Ausstellung an ihrem ersten Standort im Stadtmuseum Sinsheim findet am 10. Januar 2025 im geschlossenen Rahmen statt. Ab dem 11. Januar ist die Ausstellung dann für alle  eöffnet. Am 8. Februar, dem vorletzten Tag der Wanderausstellung, wird es von 10 Uhr bis 12:30 Uhr einen Aktionsvormittag für Kinder im Alter von 8-11 Jahren geben, und zwar unter dem Motto „Tolle Wolle und das Leben der Bauern im 16. Jahrhundert“. Im Fokus wird neben den Bauern das Thema Wolle stehen. Angefertigt werden eigene kleine Woll-Kunstwerke, die im Anschluss selbstverständlich mit nach Hause genommen werden dürfen. Die Wanderausstellung ist das Ergebnis eines gemeinsamen Jahresprogramms des Museumsnetzwerks Kraichgau und wird unter anderem in Bretten, Bruchsal und Eppingen zu sehen sein.

Sinsheim und die Revolution - 175 Jahre Badische Revolution

Kabinettausstellung vom 2. Oktober 2024 bis zum 6. Januar 2025 im Bürgersaal

In den Jahren 1848/1849 sorgt die kleine Amtsstadt Sinsheim politisch für Furore. Der Apotheker Gustav Mayer ruft am 24. April 1848 die demokratische Republik aus, was darin mündet, dass 250 bewaffnete Republikaner zur Unterstützung des Hecker-Aufstandes nach Heidelberg ziehen, um die Proklamation zu wiederholen. Mayer hoffte auf die Weise auch den Druck der badischen Truppen auf den Aufstand des republikanischen Abgeordneten Friedrich Hecker aus Eichtersheim verringern zu können.

Ein weiteres Kind der Stadt, der spätere Generalmajor Franz Sigel, sollte im Jahr darauf der kurzlebigen Badischen Republik als Kriegsminister dienen. Diese und viele weitere Ereignisse zeigen die bedeutende Rolle der Stadt Sinsheim als Knotenpunkt der Badischen Revolution. Anlässlich des 175. Jubiläums der Revolution zeigt das Stadtmuseum die Sonderausstellung „Sinsheim und die Revolution“ im historischen Bürgersaal.

Die Ausstellung ergänzt dabei die Dauerausstellung im ersten Obergeschoss des Stadtmuseums und ermöglich einen Bezug zu den anderen revolutionären Bewegungen in Europa. Daneben gewährt sie Einblicke in die weniger bekannten Seiten der Badischen Revolution und zeigt auf, woran der Heckeraufstand gescheitert ist, welche Rolle der Deutsche Bund spielte und wie ein polnischer Revolutionär von Frankreich nach Baden und schließlich nach Italien gelangte. Den Auftakt für die Sonderausstellung bildet am 2. Oktober 2024 die Lange Nacht der Demokratie, an der sich Sinsheim mit einem vielfältigen Rahmenprogramm beteiligen wird. Bis zum 6. Januar 2025 wird die Ausstellung dann im Bürgersaal des Alten Rathauses zu sehen sein.

Kraichgauer Köpfe - Persönlichkeiten des Kraichgaus im Spiegel ihrer Zeit

Sonderausstellung vom 21. März bis zum 30. Juni 2024

Kennen Sie die erste Kinderärztin in Sinsheim? Oder den ersten Historiker des Kraichgaus? Von weltberühmten Künstlerinnen und wagemutigen Piloten zu Räubern und Revolutionären hat das Kraichgau eine Vielzahl spannender Persönlichkeiten gesehen. Das Stadtmuseum lädt nun ein zu einer Sonderausstellung über das Leben und den Zeitgeist berühmter wie vergessener Bewohner unserer Region.

Von Margarete Dagies‘ Dichtung in Mundart, weiter über die Luftgefechte des ersten Weltkriegs bis an die ferne Küste der amerikanischen Kolonien führt die Ausstellung durch fünf Jahrhunderte Kraichgauer und Weltgeschichte. Dabei widmet sich die Ausstellung vor allem den Menschen, die von den "großen Männern der Geschichte" nur allzu leicht überschattet werden, so zum Beispiel David Chytraeus, einem Humanisten und Theologen, der von Philipp Melanchthon selbst gefördert wurde und dem die älteste ausführliche Beschreibung des Kraichgaus zu verdanken ist

„Was ist der Kraichgau?“ wird passenderweise Thomas Adam, Autor des Buches "Der Kraichgau - Eine kleine Geschichte", am 21.03.2024 fragen und in seinem Vortrag über die Region auch gleich beantworten. Ein Vortrag über den Wilderer, Soldat und Veteran der Napoleonischen Kriege Johann Rothenbühler durch den freiberuflichen Historiker Jan Wiechert wird Ende Juni die Kraichgauer Köpfe verabschieden. Am 03.04. und am 22.05.2024 runden Aktionstage mit Führungen und Bastelspaß das Programm ab.

Kleine Stadt GANZ GROSS - mit PLAYMOBIL ab ins Mittelalter!

Familienausstellung vom 2. Dezember bis 6. Januar 2024 im Bürgersaal

Es wird mittelalterlich im Stadtmuseum Sinsheim! Eine komplette Mittelalterstadt mit Türmen, Toren, einer Stadtmauer, Häusern und sogar einer Kathedrale aus PLAYMOBIL zieht in den Bürgersaal ein. Es gibt einiges zu entdecken, denn sie wird bewohnt von hunderten Spielfiguren, die auf den Gassen, auf dem Marktplatz und in den Handwerkerhäusern in verschiedenen Bildern nicht nur das Leben vor 500 Jahren zeigen.

Seit 1974 begeistern die kleinen Figuren Klein und Groß. Es sind vor allem die verschiedenen Welten in die jeder beim Spielen und Betrachten eintauchen kann. Der passionierte PLAYMOBIL Sammler Harald Schaaf aus Neidenstein präsentiert in der Adventszeit sein bezauberndes Mittelalter-Diorama. Das „heitere Landstädtchen“ im Miniaturformat ist für die ganze Familie ein Erlebnis.

Auf spielerische Weise wird im Mini-Sinsheim das typische Zusammenleben in der kurpfälzischen Stadt gezeigt, deren verbreiterte Hauptstraße bis ins 19. Jahrhundert gleichzeitig den Marktplatz bildete. Wichtige Gebäude, die auf frühneuzeitlichen Abbildungen noch zu sehen sind, können dabei genauso bestaunt werden wie das alte Spital vor den Toren der Stadt. Hunderte kleiner Figuren zeigen zudem liebevoll gestaltete Szenen, wie sie in einer Stadt des Mittelalters und der frühen Neuzeit typisch gewesen wären. 

Zusammen wachsen - 50 Jahre Große Kreisstadt Sinsheim

Sonderausstellung vom 13. Juni bis 1. Oktober 2023

Der Weg zur Großen Kreisstadt war lang und steinig. Ihm ging das am 26. März 1968 erlassene „Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden“ voraus, dass durch Gemeindezusammenschlüsse effizientere Verwaltungsstrukturen aufbauen wollte. Die darauffolgende Kreisreform zog die Grenzen innerhalb Baden-Württembergs neu. Der Landkreis Sinsheim sollte aufgelöst und den drei Großkreisen Heilbronn, Karlsruhe und Heidelberg zugeordnet werden. Der Widerstand in Politik und Bevölkerung war groß. Aufkleber mit der Aufschrift „SNH muss bleiben!“ zierten zahlreiche Autos und die Debatten in der Öffentlichkeit waren oft hitzig.

Dennoch waren die Weichen für den neuen Rhein-Neckar-Kreis schon längst gestellt und das Ende des Landkreises Sinsheim zum 1. Januar 1973 besiegelt. Doch wie gestalteten sich die Verhandlungen zur Eingemeindung der heutigen zwölf Stadtteile? Wie entwickelte sich der neue Landkreis? Die Ausstellung zum Kreisreformjubiläum beleuchtet in Wort und Bild die Geschichte und Hintergründe der Kreisreform, die Debatten und Verhandlungen und blickt zurück auf 50 Jahre Zusammenwachsen und gemeinsam wachsen.