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Stift Sunnisheim
Ehemaliges Benediktiner-Kloster
Sinsheims historisches Wahrzeichen ist von alters her der imposante Stiftsturm auf dem Michaelsberg. Die Gründung der Beneditiner-Abtei im Jahre 1100 geht auf Bischof Johannes von Speyer, dem Neffen des Salierkaisers Heinrich IV. zurück, der das Kloster mit außerordentlichen Privilegien ausstatten ließ.
Von der ehemals bedeutenden dreischiffigen Anlage des Klosters, mit dessen Bau im Jahre 1100 begonnen wurde, sind heute nur Bruchteile erhalten.
Stift Sunnisheim im Winter1496 wurde das Kloster in ein weltliches Kollegiatstift umgewandelt und 1525 im Zuge der Reformation vom Kraichgauer Bauernhaufen zerstört. Mit den Strafgeldern der Bauern wurde schließlich der Stiftsturm wieder aufgebaut und die einzigartige Rundkuppel errichtet. In den darauf folgenden Kriegen wurde die ehemalige Klosteranlage immer wieder zerstört und diente schließlich der Not leidenden Sinsheimer Bevölkerung als Steinbruch.
Heute befindet sich in der wieder hergerichteten Anlage die Jugendeinrichtung Stift Sunnisheim. Die Außenanlage kann jederzeit besichtigt werden. Besichtigungen des Turmes und der ehemaligen Klosterkirche nach telefonischer Voranmeldung unter Jugendeinrichtung Stift Sunnisheim 07261/693-0.
1.) Führungen durch die Jugendeinrichtung Stift Sunnisheim unter besonderer Berücksichtigung der Jugendhilfemaßnahmen
2.) Führung durch den historischen Gebäudebestand und Erläuterungen zur Geschichte des Benediktinerklosters auf dem Michaelsberg.

1. Kirche
Erbaut 1100 -1533
Der ehemalige Mittelpunkt der Klosteranlage ist nur noch als Torso erhalten.
Ursprünglich besaß die Basilika noch zwei Seiten- und ein Querschiff, die im Lauf der Jahrhunderte zerstört, wie dies auch mit dem Chor geschah.
Beachtenswert ist der gotische Lettner im Innern, Teile seiner Bemalung stammen aus dem 17. Jahrh., als das ganze Kirchenschiff ausgemalt wurde.
Nach Aufgabe des Klosters wurde das Gebäude als Speicher genutzt.
In den dreißiger Jahren wurde eine Betonzwischendecke eingezogen.
Der obere Teil dient als Veranstaltungsraum.
2. Dormitorium und Refektorium
( Schlaf- u. Aufenthaltsräume der Mönche )
heute: Verwaltung, Konferenzraum, Jungencasino
3. Pestalozzihaus
Erbaut 1927 als sogenanntes "Festes Haus" mit Einzelzellen für "Schwererziehbare". Alle Fenster des Gebäudes waren vergittert.
Über dem Eingang befindet sich eine Statue des Schweizer Pädagogen Pestalozzi.
4. Sunnisheimgebäude
Ein typischer Bau aus der Zeit der Rettungshausbewegung.
So fertiggestellt im Jahr der Gründung des Heimes 1889.
Allerdings gibt ein Stein, der sich rechts im Sockel neben dem Hofeingang befindet, Zeugnis über das tatsächliche Jahr der Erbauung.
Der Text des Steines lautet:
SIEHE HIR STEHET
WAN GEISTLICHE AMI
NISTRATION ZU PFALTZ HISIGES STIFT RENOVIRT.
5. Torgebäude mit Torturm
Auf den Grundmauern aus dem Mittelalter wurde die Form der heutigen Gebäude durch einen Wiederaufbau im Jahre 1622 bestimmt ( links oberhalb des Torbogens erwähnt ).
Der Torturm weist einen gotischen und einen romanischen Torbogen auf.
Heute sind zwei Kleingruppen in diesen Gebäuden untergebracht.
6. Wohngebäude des Stiftsschaffners
In das Mauerwerk links der Eingangstüre ist ein Ornamentstein des ehemaligen Gebäudes eingelassen, der das Wappen derer von Habern ( zwei Äxte ) zeigt.
Über dem Eingang befindet sich ein Schlußstein mit dem Wahrzeichen des Klosters, den beiden Engelsschwingen, und der Jahreszahl 1787.
Heute Personalwohnhaus auf dem Platz eines 1972 abgerissenen Gebäudes gleicher Bauart und Größe.

