Führungen ab 10 Personen möglich:
Freunde Sinsheimer Geschichte e.V.
Christine und Holger Friedrich
c/o Stadtmuseum Sinsheim
Hauptstraße 92
74889 Sinsheim
Tel: 07261/404-950 oder 406901
E-mail: museum@sinsheim.de
Burg Steinsberg
Stauferburg mit einzigartigem achteckigen Bergfried
Kompass des Kraichgaus - ein beliebtes Ausflugsziel an der Burgenstraße

Der Kompass des Kraichgaus ein beliebtes Ausflugsziel an der Burgenstraße. Auf einem Basaltkegel zwischen
Sinsheim und Weiler steht weithin sichtbar die Burg Steinsberg, auch „Kompass des Kraichgaus“ genannt. Im frühen Tertiär vor etwa 60 Millionen Jahren entstand an dieser Stelle ein Vulkan. Das erkaltete Vulkangestein ist am Fuße der äußeren Burgmauer stellenweise heute noch sichtbar. Erstmalig wurde die Burg Steinsberg in einer Urkunde des Hirsauer Codex im Jahre 1109 erwähnt. Erster Burgherr war Eberhardus von Steinsberg, aus dem Geschlecht der Werinharde, deren letzter Nachkomme in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts vom Dichter Spervogel besungen wurde. Von der frühen Burganlage gibt es keine sichtbaren Zeugnisse mehr.
Um 1180 ging die Burg in den Besitz der mächtigen Grafen von Oettingen über, die zwischen 1225-1250 den Bergfried (Turm) und die Mantelmauer erbauen ließen. Die Bauweise des Bergfrieds aus sorgfältig bearbeiteten Buckelquadern mit vielfältigen Steinmetzzeichen weist Ähnlichkeiten zu staufischen Bauten in Italien auf (Castel del Monte, Apulien und Enna, Sizilien). Der knapp 30 m hohe Bergfried mit rund 4 m dicken Mauern gehört mit seiner regelmäßigen Steinbearbeitung, mit Kamin und Steinbalkendecke zu den schönsten seiner Zeit. Ab 1307 war die Burg im Besitz der Pfalzgrafen. In diese Zeit fällt die Erweiterung der Burganlage. 1436 wurden der innere Zwinger, das zweite Tor mit Wehrturm, das dritte Tor, der Palas mit Kemenate und die Burgkapelle fertig gestellt. 1517 erwarben Hans Hippolyt und Ludwig von Venningen die Burg. 1525 wurde die Burg während des Bauernkrieges durch den Kraichgauer Haufen unter Führung des Pfarrers Anton Eisenhut gestürmt. Alle Holzteile wurden herausgerissen und im Burghof verbrannt. 2 Jahre später wurde die Burg mit Strafgeldern der Bauern wieder instand gesetzt. In den Wirren des 30-jährigen Krieges erlebte die Burg wechselnde Besatzungen. 1777 gaben die Herren von Venningen die Burg nach einem Blitzeinschlag endgültig auf. Danach verfiel die Burganlage mehr und mehr. Erst 1792 wurde der Turm durch einen ebenerdigen Eingang zugänglich gemacht. 1973 erwarb die Stadt Sinsheim die Burganlage und rettete sie vor dem drohenden Verfall. Seit dieser Zeit wurden erhebliche Mittel für die Sanierung und Erhaltung der Burg aufgewendet.
Vom Bergfried aus genießt der Besucher einen herrlichen Rundblick. Bei schönem Wetter kann man im Nordwesten den Königstuhl bei Heidelberg, im Nordosten den Katzenbuckel (Naturpark Neckar/Odenwald), im Süden den Stromberg, im Westen Phillippsburg (Pfälzer Wald) und noch viel mehr sehen. Heute ist die einzigartige Burganlage ein beliebtes Ausflugsziel im Kraichgau. Interessante Führungen machen den Besucher nicht nur mit der Baugeschichte, sondern auch mit den Geheimnissen seiner Bewohner vertraut. Erleben Sie die Burg Steinsberg bei einer romantische Zeitreise auf der Burgenstraße. Als eine der traditionsreichsten und bekanntesten Ferienstraßen verbindet die Burgenstraße heute mehr als 90 Burgen und Schlösser auf der Strecke von Mannheim in die „Goldene Stadt Prag“. Auch die Burg Steinsberg liegt an dieser Strecke.
Mehr Informationen zu den Führungen.
Die Burg - Treffpunkt Kultur
Im romantisch - idyllischen Innenhof finden in den Sommermonaten Kulturveranstaltungen statt, wie Burgfestspiele, Theateraufführungen, Konzerte und das mehrtägige Steinsberg-Festival, das über mehrere Tage geht und von Klassik über Rock für jeden Geschmack etwas bietet.
In den ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden ist heute ein Restaurant untergebracht. In rustikalen Räumlichkeiten, mit gutbürgerlicher Küche und hervorragenden Weinen aus der Region wird für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. (Kontakt: Burg Restaurant Steinsberg, Tel.: 07261 65266, Mail: info@burg-steinsberg.de)
Wallfahrts- , Andachts- und Hochzeitskapelle
Direkt am Fuße der Burg Steinsberg liegt die 1514 erstmals urkundlich erwähnte St. Anna-Kapelle. Im 30-jährigen Krieg und durch Blitzschlag fast vollständig zerstört wurde sie zwischen den Jahren 1689 und 1747 erneuert und um 1763-69 mit barocker Ausstattung versehen. Durch erneuten Blitzschlag sehr stark beschädigt wurde die Kapelle in den Jahren 1946-52 nochmals aufwendig renoviert. Heute ist sie eine weithin bekannte und beliebte Andachts-, Wallfahrts- und Hochzeitskapelle. (Kontakt: Katholisches Pfarramt Angelbachtal und Hilsbach/Weiler - Tel.: 07265 256)
Hier können sie den aktuellen Flyer über die Burg Steinsberg herunterladen:
Flyer Burg Steinsberg

